TV & Funk
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Egal, wie friedlich man sich im Alltag verhält – dass man bedroht wird, kann man unter Umständen dennoch nicht vermeiden. Aber was tun, wenn ein Mensch Gewalt androht? Direkt eine Schlägerei anzetteln oder lieber weglaufen? Es gibt einfache Tipps für das richtige Verhalten in brenzligen Situationen.



Dr. Christian Lüdke in "hr3 - extra"
2:57 Min
(© hr3, 25.08.2010)

Anfang August ist ein 46 Jahre alter Vater am Frankfurter Mainufer von einem Sportler niedergestochen worden – und das nur, weil seine Tochter den Unbekannten gefragt hat, was er denn dort tut. Vergangenes Wochenende hat ein 28jähriger in einem Frankfurter Park spielende Kinder und ihre Eltern beschimpft und mit einem Messer bedroht. Schlimme Geschichten- aber wie verhalte ich mich, wenn ich selbst in eine solche Situation gerate?
Der Erziehungswissenschaftler und Soziologe Doktor Christian Lüdke rät, sich niemals auf weitere Diskussionen oder Provokationen einlassen. Gerade, wenn man Kinder dabei hat, sollte man nicht den Helden geben, sondern sich - wenn möglich- so schnell wie möglich entfernen und die Polizei alarmieren.
Ist es nicht ohne weiteres möglich, räumliche Distanz zwischen sich selbst und den Angreifer zu bringen, rät der Experte, ruhig zu bleiben und auch das Gegenüber bestmöglich zu beruhigen. Wer beobachtet, wie Dritte angegriffen oder bedroht werden, sollte immer daran denken, dass er sich selbst nicht in Gefahr bringen sollte. Nur, wer es sich selbst körperlich zutraut, sollte sich persönlich einmischen. Ansonsten gilt auch hier: Nichts riskieren, lieber so schnell wie möglich die Polizei alarmieren!

Was für Erwachsene eine schwierige Situation ist, ist für Kinder umso schwieriger, weil sie oftmals nicht unterscheiden können, wann die Lage zu eskalieren droht bzw. an welchen Stellen tatsächlich Gefahr lauert. Zudem sind Kinder den Angreifern in der Regel immer körperlich unterlegen und hätten daher wenig Chancen, eine Eskalation unbeschadet zu überstehen. Aber Eltern können die Sprösslinge auf solche Situationen vorbereiten. Ein gutes Mittel sind beispielsweise Rollenspiele, in denen Eltern spielerisch vor Augen führen, wie sich eine Bedrohung ereignen könnte und wie man sich der aufkommenden Gefahr am besten entzieht.

Da Kinder dem Täter in der Regel immer unterlegen sind, ist es wichtig, dass sie so genannte Opfer- Signale aussenden, also beispielsweise laut zu sein und eindeutig nein zu sagen. Ebenso empfiehlt der Experte, dass Kinder sich im Falle einer Bedrohung beispielsweise an Frauen wenden oder in Geschäfte fliehen sollen.
Für Eltern, die sich nicht zutrauen, ihre Kinder persönlich auf Gefahrensituationen vorzubereiten, gibt es bundesweit Kurse, in denen das richtige Verhalten in brenzligen Situationen vermittelt wird.